Frauen tragen einen sehr großen Teil der Teilzeit- und Sorgearbeit. Deswegen treffen sie die aktuellen Angriffe auf die Rechte der Beschäftigten besonders hart. Geforderte Einschränkungen des Rechtsanspruchs auf Teilzeit, Eingriffe in den Kündigungsschutz, Beschränkung des Streikrechts oder Forderungen nach einer Rente mit 70 würden Frauen besonders benachteiligen, Erwerbsunterbrechungen verlängern und Altersarmut verstärken.
Wie notwendig Gleichbehandlung ist, zeigt etwa ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg zur Besoldung der ehemaligen Bürgermeisterin von Todtmoos: Ihre niedrigere Eingruppierung im Vergleich zu ihrem männlichen Nachfolger war eindeutig rechtswidrig. Eingruppierungen und Besoldungen haben aber objektiv, transparent und diskriminierungsfrei zu erfolgen. Die komba gewerkschaft sh ermutigt daher Betroffene, ihre Ansprüche zu prüfen und in die Gewerkschaft einzutreten.
In dem Zusammenhang ruft das Bündnis „Töchter Kollektiv“ am 9. März 2026 in Lübeck unter dem Motto #ohneunsstehtallesstill zu einem sogenannten „Frauenstreik“ auf. Hintergrund der Kundgebung ab 13 Uhr auf dem Drehbrückenvorplatz ist es, die unsichtbare bezahlte und unbezahlte Arbeit von Frauen sichtbar zu machen und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen einzufordern. Die komba gewerkschaft sh unterstützt diese Aktion, an der sich auch komba-Mitglieder beteiligen, weil uns die Rechte von Frauen und die Anerkennung ihrer Arbeit besonders am Herzen liegen.
Wichtiger Hinweis: Die Aktion am 9. März ist rechtlich gesehen kein Streik, sondern ein politischer Aktionstag des Veranstalters „Töchter Kollektiv“. Es handelt sich ausdrücklich nicht um einen Streikaufruf der komba gewerkschaft sh oder des dbb beamtenbund und tarifunion. Warum ist das so? Ein rechtlich zulässiger Streik setzt zwingend laufende Tarifverhandlungen und eine gewerkschaftlich organisierte Arbeitskampfmaßnahme voraus. Die Teilnahme an der Kundgebung ist daher in Freizeit, Urlaub bzw. Freizeitausgleich möglich; wer unentschuldigt der Arbeit fernbleibt, riskiert arbeits- oder dienstrechtliche Konsequenzen.
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